Häufiger auftretende Wetterextreme mit andauernder Trockenheit führen in Deutschland zu langanhaltenden niedrigen Wasserständen in Flüssen und beim Grundwasser. Mehr Druck auf die Wassernutzung ist die Folge. Um einen zuverlässigen Überblick über die aktuelle Niedrigwassersituation in ganz Deutschland zu erhalten, hat Bundesumweltminister Carsten Schneider heute gemeinsam mit dem Präsidenten der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), Dirk Schwardmann, und der Umweltbürgermeisterin von Würzburg, Dr. Sandra Vorlová, das Niedrigwasserinformationssystem, kurz: NIWIS, gestartet. Die neue Plattform bietet erstmals einen bundesweiten, methodisch einheitlichen Überblick über die aktuelle Niedrigwassersituation sowie umfassende Hintergrundanalysen. Damit können sich Behörden, Kommunen und die Wirtschaft sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger entsprechend informieren und besser einschätzen, wie ausgeprägt Niedrigwasser in ihrer Region auftritt. Dies ist eine wichtige Grundlage, um entsprechende Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen und Anpassungsstrategien zu entwickeln.
Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Der Klimawandel setzt unsere Wasserressourcen immer stärker unter Druck. Niedrige Pegelstände in Flüssen und im Grundwasser sowie ausgetrocknete Böden sind längst keine Ausnahme mehr. Deshalb müssen wir Wasserknappheit früher erkennen und besser vorsorgen. Genau dafür schaffen wir mit NIWIS eine bundesweite Informationsgrundlage, damit Länder, Kommunen und Wasserwirtschaft rechtzeitig handeln können.
Dirk Schwardmann, Präsident der Bundesanstalt für Gewässerkunde: „Mit NIWIS stellen wir ein bundesweites Informations- und Beratungstool bereit, das die Niedrigwasserlage in Flüssen, Grundwasser und Boden zusammenhängend im Blick behält. Es richtet sich sowohl an interessierte Bürgerinnen und Bürger als auch an Fachexpertinnen und Fachexperten. Damit können wir erstmals einheitlich, überregional und fachlich objektiv einschätzen, wie sich Niedrigwasser auswirkt – und darauf aufbauend können mögliche Anpassungsstrategien entwickelt werden.“
Dr. Sandra Vorlová, zweite Bürgermeisterin und Leiterin des Umwelt- und Klimareferats der Stadt Würzburg: „Würzburg und die gesamte Region Unterfranken zählen zu den trockensten Regionen in Bayern. Durch den Klimawandel sind diese Dürre- und Hitzeperioden noch extremer geworden. Als Stadtverwaltung müssen unser Handeln also daran anpassen. Mit dem NIWIS steht uns nun genau dafür eine Plattform zur Verfügung, die die nötigen Grundlagen liefert: belastbare und vergleichbare aktuelle Daten zur Niedrigwassersituation. Und das mit nur einem Klick.“
Aufgrund des Klimawandels treten Niedrigwassersituationen zunehmend häufiger und intensiver auf. Bislang liegen entsprechende Informationen regional fragmentiert und methodisch uneinheitlich in der Darstellung vor. Die neue, zentrale Informationsplattform NIWIS schließt diese Lücke, indem sie die Daten tagesaktuell aus Bund und Ländern zusammenführt und die Niedrigwasserlage – sowohl an Flüssen als auch für das Grundwasser und im Boden – erstmals bundesweit einheitlich und vergleichbar in einer benutzerfreundlichen Online-Plattform bereitstellt. Fachleute, Behörden und die Öffentlichkeit erhalten so über eine benutzerfreundliche Weboberfläche verständlich aufbereitet Informationen und einen umfassenden Überblick über die aktuelle Niedrigwassersituation in ganz Deutschland.
Das neue Datenportal wurde im Rahmen der Nationalen Wasserstrategie auf Initiative des Bundesumweltministeriums (BMUKN) in enger Zusammenarbeit mit den Ländern sowie dem Bundesverkehrsministerium bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) entwickelt.
Quelle: https://www.bundesumweltministerium.de/pressemitteilung/niedrigwasserinformationssystem-niwis